Rostock 2007

 Die Frage für den Vorstand lautete: Wohin soll die diesjährige Clubfahrt für die Mitglieder des Automobilclubs Schleswig e.V. im ADAC 2007 gehen ? Waren anfangs Düsseldorf und auch Köln favorisiert, so ließ sich dieses Vorhaben nicht umsetzen. Gründe hierfür waren die große Entfernung und der Umstand, dass einige Mitreisende einen zusätzlichen Urlaubstag hätten nehmen müssen, was in jedem Falle nicht möglich war. Die Suche musste also fortgesetzt werden und heraus kam eine Wochenendreise mit dem Zug nach Rostock. Einige Clubmitglieder waren schon dort gewesen und begrüßten diese Entscheidung uneingeschränkt.

Der Termin und Ablauf wurde persönlich und im Internet bekanntgegeben und die Vorarbeiten konnten beginnen. Da Gerd als Pensionär wohl die meiste freie Zeit hat und zudem auch Lust zum Organisieren, war dieser Punkt der Fahrtvorbereitung schnell gelöst. Eine Info-Mappe von Rostock wurde angefordert und umgehend zugesandt. Per Internet und Telefon wurde das zentral gelegene Hotel "Die Kleine Sonne" am Neuen Markt in Rostock gebucht und für das abendliche, gemeinsame Essen hatten wir uns in dem bekannten Fischrestaurant " Zur Kogge" angemeldet. Eine Schiffstour am Sonntag von Rostock nach Warnemünde und zurück sollte unsere Reise vor Ort beschließen.

Mit 26 Mitgliedern ( Martin und Tine mussten leider kurzfristig absagen, da Martin dienstlich nach Köln musste ) und nach einer kurzen Nacht begann unsere Reise um 06.32 Uhr ab Bahnhof Schleswig Richtung Rostock. Auch die Zusteiger in Neumünster mussten früh aus den Federn. Die Sitzplatzsuche war kein Problem und bei frischem Kaffee, belegten Brötchen und ausgiebigen Gesprächen erreichten wir Hamburg/Hauptbahnhof. Hier galt es besonders schnell zu sein, hatten wir doch für den Zugwechsel nur 6 Minuten Zeit; es klappte bestens.

Weiter ging unsere Reise voller Erwartung im "Doppeldecker" Richtung Osten. Aus vorherigen Reisen war uns bekannt, dass die Luft in den Zügen allgemein sehr trocken ist. Dem wurde abgeholfen, indem "geistiger  Proviant" diesen Magel behob. Ein besonderes Handycup hatten dennoch die Raucher, sie mussten auf den geliebten Glimmstengel verzichten , galt doch ein strenges Rauchverbot und das Ende der Zugreise wurde herbeigesehnt. Beste Laune und zuweilen ein wenig Nachdenklichkeit müssen keine Gegensätze sein. Wer früher schon mal die ehemalige DDR bereist hatte, konnte sich sich besonders am Ist-Zustand erfreuen.

Rostock/Hauptbahnhof - aussteigen für die AC`ler. Nach kurzer Orientierung auf dem Bahnhofsvorplatz angekommen, "qualmten die Schlote" zur eigenen und zur Freude von Herrn Steinbrück. Nach Absprache setzte sich die AC - Karawane mit ihren Trollies und Taschen in Marsch, um den 1,5 Km langen Fußweg zum Hotel "unter die Sohlen zu nehmen". Durch die namentliche Vorabanmeldung im Hotel dauerte das Einschecken nicht zu lange, jedoch ergaben sich beim zugesagten Kofferraum einige Irritationen. Schließlich stellten wir unser Gepäck in den Zimmern der Reisegruppe ab, deren Zimmer schon bezugsbereit waren.

Den Nachmittag konnte ein jeder frei gestalten. Ein Besuch des Stadtfestes, Einkehr in ein Kaffee, sich erfreuen an der baulichen und architektonischen Neugestaltung von Häusern und Fassaden und das Besuchen von Sehenswürdigkeiten sowie nicht zuleztzt ein Einkaufsbummel ( auch für Männer ! Torsten bekam en nie Büx und poor feine Stebel ) ließen keine lange Weile aufkommen. Auch der gastierende Zirkus u.a. mit Elefanten und Kamelen im Freigehege trug zur Kurzweil bei. Petra verfutterte ihren Gewinn ( Teilnahme an einem Gewinnspiel ) natürlich an die von ihr geliebten Elefanten. Auch Lukas, als jüngstes Reisemitglied, hatte seinen Spaß und von Langeweile keine Spur.

Nach dem Motto: Wir könnten jetzt gut etwas essen, machten wir uns um 18.30 Uhr gemeinsam auf den Weg zur "Kogge". Im separaten Kapitänszimmer mit Blick auf die Warnow nahmen wir in dem mit seemännischen Bildern und Gegenständen stilvoll geschmückten Zimmer Platz. Eine äußerst freundliche und umsichtige Bedienung nahm die Bestellungen entgegen und nach nur 25 Minuten hatte jeder Gast sein a la Card bestelltes Gericht auf dem Tisch; vorab natürlich schon etwas gegen den Durst, war doch der Nachmittag mehr als stürmisch und mit heftigen Böen ( was die Kehle trocken machte ) nicht gerade sommerlich. Bodo und "Leichtmatrose" Hildegard waren mit dem Zug schon zur Voraberkundung nach Warnemünde gefahren und hatten am Strand größte Mühe, nicht vom Sturm umgeblasen zu werden. Hinzu kam, dass der Dünensand in dichten Wolken über den Strand zog. Nachdem wir gegessen und getrunken hatten, waren sich alle einig: Preis, Leistung, Ambiente , Service und Freundlichkeit bestimmten diesen rundum gelungenen Abend.

Auf dem Weg zurück zum Hotel machten wir noch Station auf dem Stadtfest und wollten teilhaben an dem groß angekündigten Abschlussfeuerwerk. Was dort pyrotechnisch geboten wurde, glich eher einem etwas größeren Tischfeuerwerk und das erwartete Aha-Erlebnis fand leider nicht statt - schade. Eine Stadt mit 200.000 Einwohnern und ein Fest, dass um 22.30 Uhr nicht mehr existent war , ließ uns schon ein wenig erstaunen ( manche Kinder-Geburtstagsparty dauert länger ). Unserer allgemein guten Laune tat es aber keinen Abbruch und in einer gemütlichen Weinstube ließen wir den erlebnisreichen Tag ausklingen.

Mit einem reichhaltigen Frühstücksbuffet starteten wir in den Sonntag. Danach ging es zum Stadthafen, um die Schiffsreise mit dem tollen Fahrgastschiff " Hansestadt Rostock" nach Warnemünde anzutreten. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite mit viel Sonne, blauem Himmel und glatter See. Unser Kapitän, Herr Dieter Schütt , hatte eigens nur für uns die Abfahrtzeit eine Stunde früher als üblich auf 09.30 Uhr vorverlegt - eine mehr als nette Geste, hatten wir doch in Warnemünde mehr Zeit für uns. Während der einstündigen Überfahrt auf der ruhigen Warnow genossen wir das sonnige Oberdeck und die zahlreichen, verschiedenen Ausblicke. Vom Kapitän erhielten wir viele interessante Informationen u. a. über Wirtschaft, Verkehr, Tourismus ( vor und nach der Wende ). Am Anleger in Warnemünde hatten wir das Glück, die "NORWEGIAN DREAM" zu bestaunen. Der gut zwei-stündige Aufenthalt in Warnemünde verging wie im Fluge. Mit vielen neuen Eindrücken kehrten wir an Bord zurück und gegen 14.15 Uhr legte unser Schiff wieder im Stadthafen in Rostock an.

Da die Zeit vermutlich etwas drängte, wegen der Zugabfahrt um 15.08 Uhr, hatte man den Eindruck, die AC-Reisegruppe wäre frei nach Richard Kimble "auf der Flucht". Im erhöhten Marschtempo ratterten die Trollies über das Pflaster und einigermaßen "kaputt" erreichten wir unseren Bahnsteig. Hier durften wir eine 20-minütige Verspätung der Abfahrt zur Kenntnis nehmen - danke Herr Mehdorn! Im Zug galt es, sich von den Strapazen zu erholen. Mit einem oder mehreren Schlückchen Sekt und gereichter Schokolade ließ es sich gut leben. Im Laufe der Fahrt steigerte sich die gute Stimmung und die wenigen fremden Mitreisenden in unseren Großabteil ertrugen uns ohne zu murren.

Die geplante Pause in Hamburg und der "Esel-Kauf" von Gundel sowie der Gosch-Besuch vielen leider wegen der Verspätungen aus. Dass eine Reise auch ein wenig anstrengend sein kann, verspürten wir wohl alle. Unsere Zusteiger, Heidi, Torsten und Erwin verließen uns in Neumünster und die "Schleswig-Aussteiger" verabschiedeten sich in Schleswig und waren sich einig, die Clubfahrt nach Rostock/Warnemünde war eine gelungene Club-Reise.

Vorschläge und Anregungen für die Clubfahrt 2008 sind jederzeit willkommen!

rostock2007
Die AC - Reisegruppe 2007 vor dem Hotel " Die Kleine Sonne" in Rostock